Ein Prozent

99% der Menschen vergisst man bei der Wohnungsbegehung im Zuge der Hauptkehrung wieder, aber manche Menschen bleiben einfach in Erinnerung. Das sind dann die besagten ein Prozent, die in Erinnerung bleiben, weil die Chemie gestimmt hat.

So wie in diesem Fall: Wenn man in die Wohnung trat, stand man im Vorzimmer und auch zugleich in der Küche. Eine typische Altbauwohnung. Die hohen Decken waren typisch dafür, daher konnte man locker abgehängte Decken, zusätzliche Ablagemöglichkeiten oder ein Hochbett einbauen. Dies war auch hier der Fall, was das Ambiente noch etwas abrundete. Ein alter Gasherd und ein Fleckerlteppich am Parkettboden mit vielen Details die auf den Regalen herumlagen und standen, ergaben ein idyllisches Gesamtbild einer Wohlfühlwohnung. Der Geruch war sauber und gepflegt. Ein mittedreißigjähriger junger Mann lebte derzeit in dieser Wohnung. Wie sich herausstellte, arbeitete er als Lehrer in einer Schule in Ottakring. Das überraschte mich, denn es passte nicht in mein Klischee wie Wohnungen von Lehrern auszusehen haben. Ich war positiv überrascht.

Er bot mir einen Kaffee an, den ich nicht ablehnte, der sollte mit Zimt sein, den ich aber dankend ablehnte, weil ich keine Lust auf Experimente hatte. Der Kaffee wurde mit einem Espressokocher zubereitet, heimatverbunden und traditionell. Wie in fast jeder Wohnung sah ich mich automatisch um und mir fiel auf, dass sich hier kein Fernseher darin befand. auch sonst war die Wohnung in einem sehr gemütlichen Stil eingerichtet. Eher unüblich, denn die meisten in meinem Alter legten mehr Wert auf Design und andere Oberflächigkeiten.

So kamen wir ins Gespräch, und redeten über Gott und die Welt. Zu Gott meinte er, dass man Religion nicht als Allheilmittel sehen darf und diese nicht so gut für die Menschen sei, weil sie eher spalte als verbinde. Bei diesem Thema wollte ich nicht zu sehr ins Detail gehen, weil ich ja in der Arbeitszeit war und meinen Dienstgeber represäntierte. Zur Welt meinte er, dass diese sich in einem sehr unausgeglichenem Zustand befinde. Zuviel Unruhe und starkes Schwanken des Gleichgewichtes prägen die Gesellschaft. Diesen Punkt fand ich sehr interessant, weil er den Zustand der Gesellschaft aus der spirituellen Ebene betrachtete.

Dazu hat er mir diese zwei Bücher empfohlen, die bei ihm einen starken Eindruck hinterlassen haben:

Die Hütte (William Paul Young)

Leben im JETZT (Eckart Tolle)

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