Das Schachspiel aus marxistisch-queerfeministischer Perspektive

Das Schachspiel wird in intellektuellen Kreisen durchwegs als ein intelligentes und positives Spiel angesehen. Selbst linke Denker loben es und erkennen nicht die brutale rassistische, sexistische und neoliberale Realität hinter diesem Spiel. In meinem Kampf für mehr soziale Gerechtigkeit und internationale Solidarität möchte ich mit diesem Artikel die Welt über die menschenverachtende Natur des Schachspiels aufklären.

Ziel des Spieles ist es, den Gegner/die Gegnerin zu besiegen. Schon diese Grundhaltung ist zutiefst neoliberal. Anstatt friedlicher Koexistenz und zwischenmenschlichem Zusammenhalt wird hier kaltes Konkurrenzdenken, ja ein direkter Vernichtungskampf zum legitimen, sogar zum einzigen zielführenden Verhalten hochstilisiert. Schach verbindet die Menschen nicht, es schürt Hass und Konflikte. Zudem kommt das Spiel komplett ohne Zufallsereignisse, wie man sie aus anderen Spielen kennt, aus. Nur die Intelligenz der SpielerInnen zählt. Hinterlistige Manipulationen, komplexe, auf die Vernichtung des Gegners/der Gegnerin ausgerichtete Strategien werden belohnt. Intelligenz ist ein kapitalistisch-eurozentristisches Konzept. Im Raubtierkapitalismus des Westens gilt: Bist du nicht intelligent, bist du weniger wert. Im Schachspiel wird diese tödliche Mentalität sogar noch verstärkt. Bist du nicht intelligent, wirst du ausgerottet.

Das Spiel wird dadurch gewonnen, dass die Figur des Königs ausgeschaltet wird. Egal wie viele andere Figuren geschlagen werden, nur wenn der König fällt, ist das Spiel verloren. Der König wird also klar als wertvoller als seine UntertanInnen dargestellt. Und das obwohl er, nach dem als primitiv und wertlos dargestellten Bauern, die unbeweglichste und damit nutzloseste Figur am Feld ist. Allein aufgrund seines Status als König, als illegitimer Gewaltherrscher über das Proletariat, ist dieser patriarchale Ausbeuter mehr wert. Das Schachspiel verharmlost die unterdrückerische Gesellschaftsstruktur der feudalen Monarchie nicht nur, es programmiert sie direkt in die Köpfe seiner Opfer. Könige sind Übermenschen! Könige sind wertvoller!

Im Schachspiel stehen sich zwei Menschschaften gegenüber. Die Weißen gegen die People of Color. Das ist blanker Rassismus. Der/die weiße SpielerIn hat das Ziel, farbige Menschen auszurotten und zu vernichten. Je mehr, desto besser. Das Schachspiel kommt somit sehr nahe an die brutalen Vernichtungsphantasien der Nationalsozialisten heran. Der Holocaust an den Schwarzen ist im Schach nicht nur legitim, sondern sogar erstrebenswert.

Den ersten Spielzug darf immer Weiß machen. Eine regulatorische Manifestation von white priviledge. Hier werden weiße Machtkompexe und -strukturen verherrlicht. Nur weil sie weiß sind, dürfen die helleren Figuren als erste ziehen. Der erste Zug kann nur von einem Bauern oder einem Springer, also einem Pferd durchgeführt werden. Bauern und Tiere werden an die vorderste Front geschickt. Ihr Tod ist im profitorientierten Vernichtungskampf der unterdrückerischen Aristokratie nur ein Kollateralschaden in ihrem Kampf für die weiße Vorherrschaft und die Ausrottung der Schwarzen. Landwirte und Landwirtinnen, Pferde und Pferdinnen werden zu bloßen Objekten heruntergestuft, die es möglichst effizient einzusetzen gilt, um den größtmöglichen Profit aus ihrem Tod zu ziehen. Um die aussichtslose Situation der LandwirtInnen noch zu verschlimmern, ist es ihnen verboten, zurückzuziehen. Selbst wenn sie sich einem brutalen Angriff der gegnerischen Kavallerie ausgesetzt sehen, ist es ihnen nicht gestattet, ihr eigenes Leben zu retten und zurückzuziehen. Soll der Bauerntölpel doch sterben, der Profit ist wichtiger als sein Wohlbefinden. Folgt dem Führer bis in den Tod, ihr Untertanen!

Neben dem König besteht die aristokratisch-bürgerliche Unterdrückerklasse noch aus Läufern, die im Englischen bishop genannt werden, also chritlich-klerikalen Kooperateuren, aus Türmen und einer Dame, die einzige Frau. Diese Frau ist die stärkste Figur am Feld. Eine neoliberal beeinflusste Feministin sähe dies vielleicht als positives Zeichen an, doch in Wahrheit dient diese scheinbare Stärke der Dame nur ihrer Objektifizierung. Die Dame ist die stärkste, dennoch gilt es den König zu verteidigen und im Zweifelsfall darf auch sie es den bäuerlichen Untertanen gleichtun und für ihren Führer sterben. Solange sie noch lebt, wird sie im Spielverlauf nicht als Frau, nicht als Individuum wahrgenommen, sondern als bloßes Werkzeug, dass herum geschoben werden kann. Durch ihren strategischen kapitalistischen Wert ist die Dame auch besonders vielen Angriffen ausgesetzt. Weiß soll alle Dunkelhäutigen ausrotten, aber die dunkelhäutige Frau ist noch erbarmungsloser zu verfolgen. Die Stärke der Dame wird nicht als feministisches Statement genutzt sondern ist nur ein hinterlistiger Trick, um Frauenhass und Sexismus noch weiter zu fördern.

Die Türme können sich nur auf geraden Linien fortbewegen, dafür aber sehr schnell. In diesen Eigenschaften sind sie AfrikanerInnen sehr ähnlich, die weißen EuropäerInnen in Laufdisziplinen klar überlegen sind. Der Turm ist jedoch keine Anerkennung afrikanischer Überlegenheit, sondern, im Gegenteil, als antifarbiger Hohn zu verstehen. AfrikanerInnen haben nie mehrstöckige Gebäude errichtet, da sie durch europäische Kolonialherren unterdrückt wurden. Die Figur des Turmes macht sich über die Opfer rassistischer Verbrechen lustig.

Die Bischöfe sind einerseits eine Verherrlichung der Vermischung von Kirche und Staat, andererseits ein Zeichen der Zwangschristianisierung eines arabischen Spiels. Auch die Krone des Königs, die meist ein Kreuz beinhaltet, wurde von europäischen Ideenklauern christianisiert.

Das Spielbrett besteht aus 64 in marzialisch-militanter Formation angeordneten Quadraten. Absolute Regelmäßigkeit. Kein Spielfeld tanzt aus der Reihe. Keine Vielfalt, keine Buntheit. Nur schwarze und weiße Quadrate, in klassicher Nazi-Manier haargenau durchorganisiert. Bedeckt man einige Felder ist sogar ein Hakenkreuz erkennbar.

Mein Fazit. Das Schachspiel ist rassistisch, sexistisch, kapitalistisch, monarchistisch, klerikal, nationalistisch, neoliberal, völkisch, leistungsorientiert und erbarmungslos gegenüber Menschen mit individuell von der Norm abweichenden kognitiven Fähigkeiten. Es verharmlost oder bewirbt alles, was Unheil über die Erdbevölkerung gebracht hat. Wer es verabsäumt hat, sein Kind abzutreiben und sie deshalb erziehen muss, dem sei geraten, das Kind strikt von diesem Spiel fernzuhalten. Aus marxistisch-queerfeministischer Perspektive ist Schach sehr problematisch.

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