Sodom und Gomorra im Donauzentrum

Eine Momentaufnahme aus dem Zeitalter des Niedergangs

Ich wohne in einer idyllischen Gegend von Wien, in meiner Nachbarschaft sind großteils anständige Leute. Meinen Alltag verbringe ich entweder in der näheren Umgebung oder an der Universität in der Innenstadt. Ich verlasse diese Komfortzone nur selten und bin daher noch nicht abgehärtet gegen die Verfallserscheinungen, die unsere heutige Gesellschaft kennzeichnen.

Vor einigen Tagen wollte ich ein Bild malen und mir dafür Aquarellfarben kaufen. Von mir aus gut zu erreichen ist das Donauzentrum, also fahre ich dort hin, um mir besagte Farben zu kaufen. Ich besuche Einkaufszentren grundsätzlich nur, wenn ich eine spezifische Sache kaufen möchte. Dann kaufe ich den Gegenstand meines Verlangens und verschwinde schnell wieder.

Das Donauzentrum ist mir nicht fremd, ich war schon öfter dort und erinnere mich auch an seinen Charakter. Das Erlebte war für mich also keine Überraschung, sondern eher eine Auffrischung alten Wissens. Man vergisst eben mit der Zeit, wie schlimm es wirklich ist, wenn man das Elend nicht jeden Tag aufs Neue sieht.

Ich gehe also ins Donauzentrum und beobachte auf dem Weg von Laden zu Laden die Menschen. Ihr Aussehen, ihr Verhalten, ihre Handlungen. Da gibt es tatsächlich eine garnicht so kleine Menge an Besuchern, die scheinbar zum Spaß in dieses grässliche Einkaufszentrum gehen. Ohne Ziel vegetieren sie herum, sie scheinen nichts Spezifisches kaufen zu wollen, die Anwesenheit im Donauzentrum an sich ist der Zweck ihres Aufentahltes. Die meisten dieser Unterhaltungsbesucher sind junge Mädchen, sie treten in Kleingruppen auf und machen nichts, in dem ich irgendeinen höheren Sinn erkennen kann. Sie stehen oder gehen einfach nur herum, umschwirren einander, das Handy stets in der Hand, und mache nervige Kichergeräusche. Für mich ist es unverständlich, wie man auch nur eine Minute länger als absolut notwendig in diesem scheußlichen postmodernen Tempel des hedonistischen Konsums verweilen kann.

Wesentlich schlimmer als das Verhalten der jungen Mädchen ist aber ihr Aussehen. Ihre Kleidung ist von solcher Art, dass sie die teilweise erst 14 Jahre alten Mädchen sexuell aufreizend macht. Enge Hosen, die den Hintern betonen, bauchfreie Oberteile, Push-Up-BH’s um die noch nicht mal ausgewachsenen Brüste groß erscheinen zu lassen. Die Gesichter sind meistens stark geschminkt.

In was für einer Zeit leben wir, in der junge Mädchen sexualisiert werden, in der sie wie Prostituierte herumlaufen? Warum kleiden und schminken sie sich so?

Darüber kann ich nur spekulieren. Wenn sich eine Frau (oder ein Mädchen) auf diese Art kleidet, dann möchte sie Männer sexuell erregen und deren Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das ist sicher auch jungen Mädchen bewusst, niemand kleidet sich „zufällig“ so. Was führt also dazu, dass sich Mädchen dazu veranlasst fühlen, sich auf eine solche sexualisierende Weise zu kleiden? Wem möchten sie gefallen?

Ein großes Problem unserer heutigen Zeit, ist die soziale Programmierung durch die Unterhaltungsindustrie. Wer nicht bewusst darauf achtet, was für Filme er sich anschaut, was für Musik er hört, dessen Gehirn wird mit allerlei schädlichen Botschaften vergiftet. Beziehungen und Sexualität werden den jungen Mädchen auf eine gar grässliche Art gezeigt:

Es ist normal, schon in jungen Jahren Sex zu haben, es ist normal, viele verschiedene Partner in kurzer Zeit zu haben. Ein Mädchen, das mit 18 noch Jungfrau ist, muss doch eine spießige Versagerin sein und wer eine Langzeitbeziehung mit dem Wunsch nach Kindern führt ist richtig altmodisch. Sei sexy, habe Spaß, konsumiere. Denke bloß nicht darüber nach, was du eigentlich in deinem Leben willst, junges Mädchen!

Wem wollen die jungen Mädchen gefallen? Ein anständiger Österreicher, der sich eine gute Ehefrau und Mutter seiner zukünftigen Kinder wünscht, wird von einer infantilen Schmalspurprostituierten wohl eher angeekelt sein. Weniger antändige Männer aber denken nicht sehr weit und achten nicht auf die inneren Qualitäten einer Frau. Junge Kanacken, denen die Sexualhormone ins Gehirn schießen, finden sicher Gefallen an diesen Mädchen. Und die Mädchen auch an ihnen. Das ist ja ganz hip, einen Südländer als Freund zu haben! Und sein Macho-Gehabe wirkt auch stärker als die feministische Indoktrination aus der Schule.

Neben dieser Art von Mädchen gibt es noch eine: Die meisten Mädchengruppen haben ein Anhängsel, das gerne dazugehören würde, aber nicht wirklich ins Bild passt: Die fette Freundin. Degeneriert ist sie genau so wie ihre schlanken Kameradinnen, sie kann sich aber nicht so sexy kleiden. Wäre ihr Oberteil bauchfrei, würden die Fettwülste heraushängen und eine hautenge Hose würde offenbaren, dass ihr Arsch nicht knackig sondern schwabbelig und unförmig ist. So ist dieses fettleibige Anhängsel der neuzeitlichen Mädchengruppen zumindest durch die erbärmlichen Umstände ihres unansehnlichen Leibes zu etwas anständigerer Kleidung genötigt. Vielleicht ist sie traurig, dass sie nicht die Aufmerksamkeit der charmanten Kanacken abbekommt, aber einige Jahre später wird ihr Fett die Vorteile seiner schützende Wirkung zeigen – und wer weiß, wenn sie dann abnimmt, bekommt sie vielleicht sogar einen hochwertigen Mann.

Ein bisschen traumatisiert verlasse ich diesen scheußlichen Ort wieder. Ohne Aquarellfarben. Soetwas altmodisches gibt es dort anscheinend nicht.

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